Aeveron aus Zwickau sagten mir bis dato nichts und als ich das hier vor mir liegende 2. Album "Existential Dead End" das erste mal anspielte, dachte ich gleich "Mädchenmusik", aber diese Annahme sollte sich schnellstens relativieren und ich meine Gedanken bereuen. Aeveron werden vom australischen Label Battlegod als melodic symphonic Black/Death Metal angeprisen. Dieses würde ich nur bedingt unterschreiben. Die Band spielt eine Mischung aus der ersten Platte der deutschen Crematory, "Ignis Creatio" der ersten MCD von Pyogenesis, Dimmu Borgir, Manowar und folkigen Klängen. Crematory wegen der melodischen, einprägsamen, simplen Keyboardparts und der meist im langsameren Bereich befindlichen Geschwindigkeit. Pyogenesis wegen der verdammt guten Grunts, die der Sänger da vorbellt, wegen des sehr guten cleanen Gesangs und wegen der Gänsehauterzeugenden Refrains. Dimmu Borgir wegen der schnellen und typischen Black Metal Riffs und gelungener Kreisch-Stimme. Der Vergleich mit Manowar wegen manchmal vorkommender typischer Heavy Metal Themen und zuletzt die folkigen Klänge, die immer wieder in gekonnter Weise praktiziert werden. Aeveron spielen keinen modernen Firlevanz, sie besinnen sich auf altes Gut, das sich schon vor 15 Jahren bewährt hat und damit liegt die Band bei mir genau richtig. Kein kompliziertes, progressives Gefidel ist zu vernehmen, die Songs sind einfach gestrickt, aber outen sich bereits nach dem zweiten Durchlauf des Silberlings zu echten Ohrwürmern. Ich glaube, wenn dieses Album 1993 erschienen wäre, dann würden Aeveron große Hallen bespielen und Kultstatus erreichen. In heutiger Zeit, wo es Millarden Bands gibt, Konzerte meist schlecht besucht sind und die Leute sich Musik unverständlicherweise aus dem Internetz ziehen, sieht das weit schwieriger aus. Das Label hat sich deshalb auch entschieden, nur eine limitierte Digipack Auflage von 500 Stück pressen zu lassen. Das Album hat inklusive der Hidden Tracks eine beachtliche Länge von 60 Minuten. Eigentlich finde ich nur ein Manko und zwar der viel zu dünne Gitarrensound, der merklich dem Black Metal zugeschrieben werden kann. Da hätte man doch mehr machen können, aber es ist nun nicht so plakativ, dass es einem das Hörvergnügen vergrault. Also Freunde von oben genannten Bands, von leicht verdaulicher, langsamer, melodischer Death/Black Kost die einfach gut zu hören ist, müssen sich hier unbedingt eines der 500 Digipack CD's sichern.