„Kaum spricht man vom Teufel...“...das geflügelte Wort welches oft das Erscheinen eines mehr oder weniger beliebten Mitmenschen begleitet, könnte eine völlig neue Bedeutung erlangen. Denn noch im vergangen Jahr erschien mir der Deibel in Gestalt der holländischen Hammerband THE DEVIL'S BLOOD ein zweites Mal. Nach ihrer furiosen und für uneingeschränkte Aufmerksamkeit im Untergrund sorgenden 7“ Single „ The Graveyard Shuffle“ kommen die Eindhovener nun mit einer fünf Tracks umfassenden EP um die Ecke, die mir das Blut in den Adern im Wallung bringt, so dermaßen kraftvoll, heavy und unkonventionell sind die enthaltenen Stücke.
Mit saustarken Arrangements und einer tighten Instrumentierung gelingt es der fünfköpfigen Band um die Geschwister Selim (Gitarre) Farida (Mouth of Satan!, voc.) eine Stimmung aufzubauen, die in schier unfassbarem Hörgenuss gipfelt. Schon im Opener „Come, Rape“ wird man mit treibenden Rhythmen förmlich überrumpelt, während man mit gesenkter Kinnlade von der so gar nicht zeitgemäßen aber großartigen Stimme in den Bann gezogen wird. Wie man bemerkt, spare ich nicht mit Superlativen, anders jedoch kann man dieser Musik einfach nicht gerecht werden. „River Of Gold“ besticht mit seventies Flair pumpendem Bass und geilen Hooks, während „The Heaven's Cry Out For The Devil's Blood“ mit herrlichen Gesangsparts glänzt. Mit „White Faces“ befindet sich eine Coverversion (Roky Erickson) auf der EP, zu derer ich - in Ermangelung der Kenntnis des Originals - keinen Vergleich zu selbigem ziehen kann, jedoch passt diese Rocknummer perfekt ins Gesamtbild. Ein kurzer Trommelwirbel eröffnet dann „Voodoo Dust“, welcher sich mir sofort ins Hirn einbrannte. Die Zehnminuten, die dieser Song in Anspruch nimmt, sind ab dem Tag, als ich ihn das erste mal hörte, immer wieder Zehnminuten im Leben die ich nicht missen möchte, leicht psychedelisch angehaucht, mit nicht enden wollenden Gitarrenorgien und einer Monotonie die einen ernsthaft gefangen nimmt, es ist der helle Wahnsinn!
Ich kann nur empfehlen sich diese geniale Band ins heimische Wohnzimmer zu holen, der nächste Geniestreich steht hoffentlich bald in selbigem, wenn es im April an die Aufnahmen zur ersten Full-length geht. Ich jedenfalls, kann es kaum erwarten!