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Radebeuler Thrash Attack - 21.02.09 - ein Konzertbericht
Mittwoch, 25. Februar 2009

Radebeuler Thrash Attack – 21.02.09 – Noteingang e.V.

Für die noch immer als „Duo Infernal“ agierenden Tormentor stand am 21.02.09 erstmals das benachbarte sächsische Bundesland auf dem Speise- respektive Reiseplan. Der Radebeuler Jugend- und Kulturverein „Noteingang.e.V“ lud die Jungs zum „Radebeuler Thrash Attack“ ein, mit dabei BSE aus Coswig und die in Pirna beheimateten Venena. Wir machen uns, aufgrund unklarer Straßenverhältnisse gegen 16:00 Uhr auf den Weg Richtung Dresden und kommen eigentlich – aufgrund unspektakulärer Straßenverhältnisse – viel zu zeitig, zu dreiviertel sechs am Club an. Damit sind wir natürlich die Ersten, ein Zustand der mich fatal an meine Konzertreisen mit SCRAM erinnert – da sind wir auch immer zu zeitig...warum nur? Im Laden selbst sind der Organisator Hecktor und noch ein junger Mann dabei, die Räumlichkeiten für den Abend herzurichten und wir lassen uns ein wenig über die zahlreichen Aktivitäten des „Noteingang“ erzählen, das Gepäck bleibt vorerst im Auto von Thomas's Vati Carsten, der uns heute begleitet und den Wagen stellt. Leider ist Winter, es ist lausig nasskalt und dunkel, was eine kulturhistorische Umschau im „Sächsisches Nizza“ recht witzlos erscheinen lässt, wir fahren schließlich zu Mc D., im nahen Einkaufspark gelegen...ich weiß, extremer kann die Wahl zwischen möglichen Arten, die Zeit totzuschlagen kaum sein.

Nach dem für mich recht zweifelhaften Vergnügen im besagten Schnellrestaurant zu speisen (meinem Schlagzeuger Gustl hätt's bestimmt gefallen), landen wir glücklicherweise nicht in der Notaufnahme sondern wieder im „Noteingang“, wo sich nun bereits die anderen Bands tummeln. Der kleine Veranstaltungsraum ist vollgestellt mit großen Amps namenhafeter Hersteller und Gitarrenkoffern, jemand von BSE haucht einer „stummen Ursel“ Leben ein. Der Aufbau des Stageset zieht sich natürlich noch eine ganze Weile hin, bis BSE schließlich den Soundcheck fahren, wobei bereits auffällt, die Jungs allen voran Frontman Tony sind recht lustige Gesellen. Hernach werden die Becken getauscht, da ja Tormentor als erstes spielen werden, was vor allem notwendig wird, da Carsten am Sonntag früh um sechs bereits arbeitstechnisch auf der Matte stehen muss. Sicher hätte man das mit dem Aufbau nach entsprechender Absprache auch einfacher haben können, aber es hatte sich wohl nicht bis zu allen Beteiligten herumgesprochen, ein typisches Kommunikationsproblem ;-)

Nachdem ich dem Mann am Pult bereits beim BSE Check über den meiner Meinung nach etwas zu leisen Gesang informierte, nutze ich den Soundcheck Song von Tormentor als zweite Chance der Pegelanhebung, was nur halbherzig wahrgenommen wird. Unverständlich blieb mir auch wie sich der Soundmann hauptsächlich durch ein Fenster in der Größe einer Essensdurchreiche einen Eindruck von den Soundgegebenheiten im kleinen Club macht – zum Verständnis: das Mischpults steht in einem nach hinten an den eigentlichen „Gastraum“ angrenzenden über zwei Stufen zu erreichenden separaten Raum, mit eben diesem kleinen Guckloch. Egal, wird schon werden und wurde ja dann auch halbwegs. Also beginnen Tormentor gegen viertel zehn mit „Killer Five“ ihren Set, der es in sich haben wird. Max und Thomas sind in wirklich guter Spiellaune, was sich vor allem darin bemerkbar macht, dass es kaum Spielfehler gibt. Die kleine Probe zu hause vor Abfahrt, bei der lediglich einige Problemstellen durchgegangen wurden zeigt Wirkung. Das bleibt auch den Anwesenden Zuschauern und Kuttenträgern nicht verborgen, so dass von Beginn an wohlwollende Reaktionen zu spüren sind, die sich von Song zu Song steigern und Max seinerseits zu immer heftigerem Headbanging animieren. Dass, und der Umstand einer wirklich kleinen Bühne führen dazu, dass das fehlen eines Bassisten zu verschmerzen ist, die Jungs kommen einfach gut an und nach dem dritten Song skandiert die Meute „TORMENTOR... TORMENTOR...“. Als vorletzten Song gibt es heute Abend das erste Mal einen Coversong. Als „Tormentor“ (im Original von Kreator) erklingt gibt es vor allem unter den Thrashern kein Halten mehr, auch ich verlasse den nicht vorhandenen Fotograben um mein spärliches Haupthaar im Kreis wehen zu lassen, grölend wird Zugabe gefordert, was Tormentor mit einem wohlwollenden Lächeln gern erfüllen. Ein wirklich gutes Konzert!


 

Die Show fordert ihren Tribut dahingehend, dass Max sogleich vom Abbau der Instrumente weggeholt wird um Autogrammwünsche zu erfüllen und Glückwünsche entgegen zunehmen, Thomas ergeht es – einmal hinter dem Kit hervor gekommen - natürlich genauso, so kritzeln sie ihr Signet auf Kutten und Bierflaschen und es gibt eine Anfrage für ein Benefiz Konzert im Sommer in Radebeul. Carsten und ich sind also am Packen und Verpacken, dann wollen wir alle zumindest noch etwas von BSE ansehen, bevor wir aufbrechen. BSE hinterlassen einen recht gespaltenen Eindruck. Musikalisch bewegt man sich im Thrash Bereich vielleicht mit einigen Parallelen zu solchen Acts wie Tankard ums mal grob zu umreißen. Der Knackpunkt bei BSE ist sicher deren Sänger und Gitarrist Tony, welcher es ernsthaft fertig bringt zwischen den Songs fast so lange zu labern, wie die Lieder zwischen dem Kabarettprogramm tönen. Da ich aber davon ausgehe, dass es sich letztlich um ein Musikkonzert handeln sollte, empfand ich es irgendwann als störend. Immerhin hatte er ein paar Lacher auf seiner Seite, mir stellte sich allerdings die Frage, wie lange die Mitmusikanten mit dieser Ausrichtung leben können.


 


 Für uns hieß es nun aber die Heimreise anzutreten, somit war es uns nicht möglich, Venena zu sehen, was mich - aufgrund der im Netz zu findenden (oder eben nicht zu findenden) spärlichen musikalischen Beispiele - schon interessiert hätte, zumal die Band auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat und nun nach sechsjähriger Pause wieder aktiv ist. Jedenfalls hat es uns gut gefallen in Sachsen und Tormentor kommen im April schon wieder, dann nach Dresden ins „Heavy Duty“ nur wenige Kilometer von Radebeul entfernt und zusammen mit den Kumpels von „Schleiße Stunkend Gliud“. Da schon einige an diesem Abend im Noteingang ihr Kommen angekündigt haben verspricht das eine heiße Nummer zu werden! Wir sehen uns.

pedda

Setlist TORMENTOR

  • Killer Five

  • Speaks Your Testament

  • Hidden Beholder

  • Crazy Fans In Hell

  • Firelord

  • Drum Solo/ Guitar Solo

  • Annihilation Of Life

  • Tormentor (Kreator Cover)

  • Death Is On Your Side

  • Speaks Your Testament (Zugabe)




 
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