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Pothead – Gladhouse Cottbus - Konzertbericht
Dienstag, 24. März 2009

Pothead – Gladhouse Cottbus – 12.03.2009


Die Wahlberliner Pothead machen Station im Cottbuser Gladhouse, da möchte man natürlich nicht fehlen und so begab ich mich mit Teilen der SCRAM Roadcrew unter Zurhilfenahme Hilfe zweier Blechkutschen zum Ort des Geschehens. Für mich war dies das vierte Konzert, bei dem ich die Ausnahmetruppe in Augenschein nehmen durfte, wobei ich fairerweise zugeben muss vom ersten Gig der Potköppe nicht allzuviel mitbekommen zu haben, da ich just an jenem Abend in den frühen Neunzigern diverse zu rauchende Substanzen ausprobierte, was zwar angesichts des Bandnamens als absolut passend bezeichnet werden kann, jedoch auch damit einher ging, dass ich praktisch stonend war und nichts mitbekommen habe. Die Zeiten sind natürlich vorbei ;-) lediglich mit einigen Pilsenern möchte ich mir den  heutigen Abend versüßen.


Auflagen die Fotografie betreffend gibt es heute nicht, ich kann es also mit Fotokumpel Denis ruhig angehen lassen, es gibt keine Absperrung vor der Bühne, was allerdings auch bedeutet, sich in der ersten Reihe ab und an mal ein bisschen Platz zu verschaffen, was ja auch nicht jeder Zuschauer prickelnd finden könnte. Es bleibt noch ein wenig Zeit, die ich nutze mir das Angebot am Merchandising Stand anzusehen. Dass sich Pothead schon seit einiger Zeit selbst vermarkten ,spiegelt sich denn auch an den wirklich fairen Preisen wieder – Textilien gibt es für 15 Euro, die CD's aus dem Backkatalog gehen für den selben Betrag über den Ladentisch - und so erstehe ich für meine bessere Hälfte, welche mir zu hause bei einer Familienfeier den Rücken frei hält, ein schickes Girlie...als Dankeschön quasi.


Pothead kommen wie immer ohne Vorband daher, was angesichts der immensen Spielzeit von fast zweieinhalb Stunden auch legitim ist, relativ pünktlich zu 22 Uhr kommen die Anzugträger dann auch auf die Bühne und werden in den nächsten Stunden mit ihrem groovig trockenem Sound und der charismatischen Stimme von Gitarrist Brad die Gäste in den Bann ziehen.

Nachdem ich für meinen Teil in der ersten dreiviertel Stunde genug Fotos geschossen habe, möchte ich mich nun dem Rest des Konzertes hingeben, gebe dazu die Kamera und meine Rinde (!!! O-Ton von Gladhouse Mitarbeiter „Krumse“) an der Garderobe ab hole mir ein Pils um Zuschauer in der vorerst dritten Reihe zu werden. Bis zu diesem Zeitpunkt schien mir der Funke noch nicht so recht über gesprungen zu sein, was sich allerdings mit dem Smasher „Black War“ändert, welcher so fett rüber kommt, dass im Publikum merklich mehr Bewegung aufkommt, auch meine Birne dreht nun frei.


Nach einer kurzen Verschnaufpause der Band geht’s in eben dieser Qualität weiter und Brad ist nun am Dauergrinsen, wobei sich freilich nicht mit absoluter Sicherheit sagen lässt, woher dieses Gegrinse (selbst beim Singen) kommt, von einer zünftigen Ladung Pot oder sichtlicher Zufriedenheit ;-)

Zwischendurch gibt’s einen Saitenriss, dem man selbstsicher mit einem fliegenden Wechsel der Hardware begegnet, überhaupt ist es sehr beeindruckend, wie das Trio es schafft gänzlich ohne Soundlöcher auszukommen, auch dann wenn Brad soliert wird die fehlende Rhytmusgitarre durch Basser Jeff Dope und Schlagwerker Sebastian Meyer gänzlich ersetzt, großartig! Zwischen den einzelnen Songs gibt es gewisse Rituale, als da wären: eine kurze Ansage, welche lediglich aus Danke, Dankeschön oder Prost bestehen darf, die Benutzung eines Handtuches um dem Schweiß Herr zu werden, welcher durch die hervorragende Lichtshow hervorgerufen wird und, der obligate Schluck aus der auf dem Amps abgestellten Bierpulle, wobei als Tresenersatz bei Brad mittlerweile ein oberamtlicher Mesa Boogie Rectifier herhalten darf.

Die Songauswahl besticht durch eine gekonnte Mischung aus bewährten Klassikern und Einsprengseln aus der letzten Veröffentlichung „Rocket Boy“, damit sollte für jeden was dabei sein, auch wenn ich bedauernder Weise feststelle, dass „All Those Memories“ wieder nicht gespielt wird.


Dieses Manko macht der letzte Song dann allerdings fast wett, den „Stadium“ ist ein so geiler Song, dass er trotz oder gerade wegen seines simplen aber wirkungsvollen Stakkato Riffs so ziemlich jedem Anwesenden den Verstand geraubt haben dürfte und zum Schluss nochmal richtig durchfegt. Zur Verabschiedung stoßen Pothead dann mit den Fans in den vorderen Reihen, reihenweise mit Bier an und es sind eigentlich nur glückliche Gesichter auszumachen, was Angesichts der gezeigten opulenten Leistung der Band nicht überrascht.

Wer bisher noch nicht in den Genuss einer Pothead Show gekommen ist, sollte dies Manko in der Liste der Konzertbesuche schleunigst killen!

pedda

Alle Fotos der Show: hier

 
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