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Konzertbericht Heavy Duty Dresden
Donnerstag, 16. April 2009

Schleiße Stankend Gliud und Tormentor im „Heavy Duty“ Dresden 11.04.2009


Da bin ich doch wirklich überrascht. Ich parke fast direkt vor dem „Heavy Duty “ in Dresden Neustadt und um uns entfaltet sich ein lebendiges interessant wirkendes Viertel welches sich als Dresdens Szene Kleinod entpuppt. Bei Neustadt dachte ich im Vorfeld an alles Mögliche, die Wikipedia wird - wieder daheim- weiter aufklären. Der Grund, warum ich nun mittels drei Euro Parkgebühr ein 24h Ticket löse, ist natürlich, der geneigte Leser ahnt es schon, ein Konzert. Guben im Doppelpack, die renommierten Schleiße und die Youngsters von Tormentor geben sich die Ehre.

Der Parkvorgang an sich wird begleitet von „gut gemeinten“ Ratschlägen wie: „würde ich hier nicht stehen lassen“ „Dresdens Kreuzberg...“ oder „am besten immer mit der Straßenbahn kommen“ um mir Angst um mein altes Auto zu machen, ein Bulleneinsatz und Punks die über Autos latschen bleiben aber gottlob aus. Das kleine Rudel der Tormentor Crew ist natürlich wieder zu früh vor Ort, der Laden ist noch verrammelt, aber nach einer knappen halben Stunde tauchen auch die Schleißer auf, es kristallisiert sich heraus, dass ich 17:30 mit 18:30 verwechselt habe, naja. Kurz darauf schlendert dann Willi vom Heavy Duty an und öffnet die Pforte und gewährt somit Einlass in einen äußerst gemütlichen, mit Tourpostern zutapezierten Klub, so dass Max erstmal Muße hat sich die Wände anzugucken, verfallen in stetig wachsender Verzückung.

Heavy Duty Impressions

 Derweil laden wir die Autos aus, Instrumente, Amps und komplette zusammen geborgte PA. Als alles alles vor der Bühne türmt, wird klar, der Klub hat selbst eine Anlage, also die Boxen, das Mischpult und die Ständer wieder raus - ungläubige Blicke aus der gegenüberliegenden halboffenen Pizzeria, ob der Hin und Her Buckellei - ein Fall typischer Fehlkommunikation. Dafür haben wir uns jetzt aber Pilsener verdient, welches gleich dazu genutzt wird auf zwei Geburtstage anzustoßen, Evil und Dschonsen von Schleiße sind heute die Ehrenkinder.

Im hinteren Ende des Ladens bauen Thomas und Vadder Carsten das Drumkit auf, während wir vorn an der Bar diskutieren, ob wir flugs um die Ecke zum Second Hand Plattenladen gehen (Evil's Geheimtipp). Schließlich mache ich mich mit Sohn Max und Frau J. mit Evil auf den Weg, auf den Straßen herrscht angenehm reges Treiben, der Landen ist schnell erreicht aber leider seit 16 Uhr verschlossen....Mist! Gut, oder auch nicht, jedenfalls ist Abendbrotzeit und wir holen uns 'nen Döner an einer der zahlreichen Läden mit Straßenluke.

Zu acht Uhr öffnet das „Heavy Duty“, der Soundcheck ist bis dahin erledigt und noch viel Zeit, denn: erfahrungsgemäß braucht niemand vor 22 Uhr die Gitarren zücken. Zeit für Anekdotentausch auf dem Fußweg bei lauer Frühlingsluft, während sich immer mehr Leute einfinden und sich ein gut besuchtes Konzert abzuzeichnen scheint.

Als Tormentor dann zu lärmen anfangen, wird es im hinteren Raum welcher auch die Bühne stellt anständig voll, wobei sich allenthalben erstmal runtergeklappte Kinnladen ausmachen lassen, dermaßen heftig springt der Opener des Abends „Speaks Your Testament“die Gäste an. Nachdem sich die Zuschauer davon überzeugt haben, dass hier tatsächlich nur zwei Musiker am Werke sind, kommen die ersten Banger nach vorn und die Reaktionen aus der Menge steigern sich von Song zu Song. In der Tat spielen Tormentor die Songs sehr tight und Max's Gesten kommen passend und zu keiner Zeit überzogen wirkend rüber. Zu Ehren des Gastgebers haben Tormentor heute die Motörhead Nummer „We Are The Roadcrew“ in die Setlist genommen und dann überreicht Thomas dem Geburtstagskind Evil eine Flasche Whisky um mit dem Cover „Tormentor“ den regulären Set zu beenden, die lautstark verlangte Zugabe fördert noch „Crazy Fans In Hell“ zu Tage, die Jungs können zufrieden sein und sind es denn auch sichtlich. Während der Umbaupause, bei der Schleiße Drummer Berserker Thomas's vorhandenes Schlagzeug auf eine für sich handliche Größe schrumpfen wird, haben J. und ich die Aufgabe allerlei Fragen zu Tormentor zu beantworten und ein Abgesandter des Dresdener Heavy Metal Club „Skullcrusher“ zeigt sich sehr begeistert und möchte den Jungs in Dresden auf jeden Fall eine größere Plattform ermöglichen, der Kontakt steht nun jedenfalls.

Tormentor -live

 Flugs noch ein Pilschen geordert und dann geht’s vor die Bühne um Schleiße Stankend Gliudseit langer zeit mal wieder zu sehen und selbstverständlich auch gebührend abzulichten.Wie schon bei Tormentor fällt auf, dass der Sound auf der Bühne top ist, jedoch der für die Zuhörenden immer noch zu laut daherkommt, was schade ist, denn dadurch geht einiges an Flair verloren.Das mag einer der Gründe sein, warum Schleiße an diesem Abend keinen Fuß in die Tür der Dresdener bekommen, ein anderer vielleicht, dass es eigentlich keine Black Metal Fans in deren Reihen zu geben scheint, so geht zum Beispiel die geile Darkthrone Covernummer am Publikum vorbei, wie auch manch andere Perlen der Truppe namentlich „Habemus Papam“. Ich für meinen Teil amüsiere mich jedenfalls köstlich und bange mit Max was das Zeug hält dabei fällt mir übrigens erstmalig auf, dass beim Tragen von Boxerschlippern (unter der Hose!!!) das Gehänge irgendwie rhythmisch mitbangt - eigenartige Beobachtung, das gebe ich unumwunden zu.

Schleisse- live

Beim Abbauen bin ich heute nicht die größte Hilfe, da ich hier und da noch ein Schwätzchen halte, gegen halb zwei machen wir uns auf den Weg um ein paar Ecken,zu unserer Schlafstätte, nicht ohne unterwegs noch in einem kleinen Laden Bier zu holen um den Abend mit einem Absacker ausklingen zu lassen.Die kleine Tormentor Crew nächtigt bei Thomas's Bruder der in eben DD-Neustadt wohnt und bei dem mir am besten gefallen hat, dass ich früh morgens um drei Uhr noch etwas Luft in das Gästebett lassen durfte, dazu war ein am Bette befestigter Stecker in eine stromführende Dose zu stecken, was dann einen Höllenlärm verursachte, hehe...

Unser Dank geht dehalb an das Heavy Duty, das Dresdener Publikum und unseren Gastgeber und natürlich Schleiße, wir freuen uns auf das nächste Gehacke im Elbflorenz!

pedda

Alle Fotos des Abends gibt es hier zu sehen:

 
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