ANMOD - Monstrosity per defectum – CD (2008) Deity Down Records
ANMOD aus Brasilien holen in Form der „Monstrosity per defectum“ CD zu einem mächtigen Vernichtungsschlag in Form bösartigster Death/Grind-Mucke aus. Vorrangig ist es hyperschneller und technischer Death Metal, wobei allein schon aufgrund der rasenden Geschwindigkeit der Übergang in Grindcorebereiche teilweise fließend ist. Die Scheibe ist das Debüt ANMODs, die Band ist 2005 aus den Überresten von FORNICATION hervorgegangen, die wiederum seit 1996 (mit Debütalbum erst 2003) durch die Gegend lärmten. Sind also keine grünen Jungspunde, die uns hier „Monstrosity per defectum“ um die Ohren ballern.
Leider geht durch einen maximal durchschnittlichen, eher etwas zu dünnen Sound eine Menge der Brutalität, die ANMOD ohne Zweifel ausstrahlen, verloren. Sänger Hernans Stimmorgan ist zwar nicht von schlechten Eltern, aber über die Länge der Platte zu monoton und wirkt auswechselbar. Allein diese zwei Punkte nehmen der „Monstrosity per defectum“ die Chance, irgendwann mal in gleichem Atemzug mit anderen herausragenden Vertretern der Zunft wie z.B. den ersten CRYPTOPSY-Scheiben genannt zu werden. Ein Manko könnte sein, dass ANMOD als Trio daherkommen, eine zweite Gitarre würde ihre Musik vermutlich ein ganzes Stück aufwerten. Das soll ganz gewiss nicht heißen, dass die Platte schlecht ist oder so. Sowohl der technische Anspruch als auch die Umsetzung des selbigen stimmen, Riffs, Breaks und Blast kommen gestochen scharf. Das Bassspiel (angenehm deutlich vernehmbar übrigens) liegt mindestens im gehobenen Mittelfeld und schnuppert an der Spitzengruppe des Genres; und der exzellente Drummer weiß vermutlich wirklich zu jeder Zeit, wo er hinzuprügeln hat. Allerdings leidet gerade das Schlagzeug unter dem schwächeren Sound, das Dauerfeuer klingt zwar laut, aber phasenweise einfach zu dünn, um wirklich derb rüberzukommen. Das fast ausnahmslose Durchknüppeln ermüdet und lässt die Hörenden irgendwann abschalten, ein wenig mehr Abwechslung würde nicht schaden.
Besonders positiv ist, dass sich ANMOD nicht übermäßig an abgefahrenen Improvisationen berauschen, womit schon etliche Bands einen Großteil ihrer Brutalität verschenkt haben. Selbstverständlich bearbeitet Klampfer Gerson seine Axt von oben bis unten und schrubbt sich über jeden einzelnen Quadratzentimeter, aber immer schön „mannschaftsdienlich“, wie wir verhinderten Sportreporter gerne schreiben, also dem eigentlichen Song untergeordnet. Gut so, die Linie, klar nach vorne und direkt auf die Fresse zu ballern, wird stets und ständig eingehalten. Wer also eine gute halbe Stunde gnadenloses, kompromissloses Dauerfeuer sucht und mit einem nicht ganz angemessenen Sound leben kann, macht mit „Monstrosity per defectum“ nix falsch. Obwohl ständig am rasen, stimmt die technische Seite ohne Zweifel und zum Schädelspalten reicht es allemal. Sonderpunkte gibt es noch für die sehr gelungene Aufmachung von Cover und Booklet, die etwas an die Armee der Toten aus Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung erinnert. Der verantwortliche Künstler Anderson L.A. hat glänzende Arbeit geleistet! ANMOD gilt es sicher im Auge zu behalten, ich wette, das nächste Album wird, besser produziert, ein noch derberer Hieb in den Magen, als es „Monstrosity per defectum“ – ein beachtenswertes Debüt – bereits ist.